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Taboo 3 - Der Katamaran des Weltumseglers Wolfgang Hausner
Hier einige Details zum Katamaran Taboo III von Wolfgang Hausner. Vieles über das Boot ist ja in seinen Büchern wiedergeben, ich schreib hier einiges nieder, was ich so über das Boot mitgekriegt habe... Das Boot ist 18m lang und fast 10m breit. Taboo 3 hat Wolfgang Hausner aufgrund eigener Planungen und Ideen selbst, natürlich aber unter Mithilfe von mehreren Handwerkern gebaut, auf den Philippinen, auf der Insel Cebu, Liloan. Stapellauf des Schiffes war Dezember 1979.

Das Boot hat eine sehr elegante und schnelle Linienführung, es hat keine fix überdachte Brücke, weil Wolfgang Hausner das Boot für die Tropen konstruiert hat, und ein Sonnensegel meist ausreichend ist. Man ist meist froh um jede Brise, wenn man beim Essen oder beim Frühstück sitzt. Und man hat daher auch immer einen 360 Grad Rundumblick, wo immmer man auch sitzt oder steht an Bord. Eigentlich könnte man sagen, das Boot besteht nur aus 2 Rümpfen, die miteinander durch eine Plattform Verbunden sind. Taboo 3 hat dadurch relativ wenig seitliche Windangriffsfläche, was natürlich auch ein Vorteil fürs Segeln bedeutet.

Die Rümpfe wurden in V-Form konstruiert und das ganze Boot besteht aus speziellem Holz und Sperrholzplatten und wurde mit Epoxyharz verklebt und abgedichtet. Daher ergeben sich relativ wenige kugelige Flächen, welche einer speziellen Behandlung der Sperrholzplatten bedürfen.

Alle Kajüten und Stauräume sind somit in den beiden großen Rümpfen untergebracht. Die Niedergänge zu allen Kojen haben die Steilheit der V-Konstruktion der Rümpfe, was eine gut gangbare Steilheit, bzw. auch freihändige Gangbarkeit ergibt.

Das Schiff hat insgesamt also 4 getrennte Niedergänge, und so hat jeder Gast seine eigene Eingangstüre könnte man sagen. Alle Niedergänge sind durch einen S-förmigen Deckel zu verschliessen, der sich in geöffnetem Zustand schön an die Bootsform schmiegt.

Das ist z.b eines von sehr vielen Details am Schiff, die auf eine ausgetüftelte Konstruktion hinweisen. Klar, wenn man so viele Jahre am Schiff verbringt, mächte man optimale Lösungen.

Die Gästekajüten und auch alle anderen Kajüten sind relativ geräumig und vor allem eines: optimal belüftet. Man hat 2 Fensterchen zum Rausgucken zur Seite und nach oben, und diese kann man auch aufklappen, sodass, sofern eine Brise geht, diese Brise in die Kajüte umgelenkt wird und man wie mit einem Ventilatur gekühlt wird... wenn die Brise zu stark wird, kann man sie auch durch den flexiblen Vorhang streuen. Diese rafinierte Lösung hat mir sehr gefallen, und vor allem macht sie den Aufenthalt in der Kajüte auch angenehm, wenn die Tropensonne auf das Schiff niederbrennt...

Katamarane haben vor allem einen riesigen Vorteil: sie schaukeln viel weniger als Einrumpf-Jachten.
Noch dazu wenn der Katamaran so groß ist wie der von Wolfgang Hausner, dann müssen die Wellen schon größer werden, damit es überhaupt schaukelt. Und die Rollbewegung ist sehr minimal, bei allen Kursen. Vor dem Wind zu segeln ist mit Taboo 3 ein Vergnügen, abgesehen davon, dass die kühlende Brise geringer ausfällt...

Natürlich kann man mit Katamaranen nicht so hart an den Wind gehen, und die Abdrift ist auch größer, aber Schnelligkeit dieser Boote macht alles wieder wett. Wir haben bei einem Wind zwischen 3 und 4 Bft. und Halbwindkurs mehrmals fast 10 Knoten (9,8) ü.G. erreicht, das ist eine Geschwindigkeit, die von Einrumpf-Fahrten-Yachten fast nie erreicht wird...

Motor und Propeller von Taboo 3 sind in der Mitte des Bootes angebracht. Auch diese Konstruktion ist eine Wolfgang Hausner Konstruktion und sie dürfte einzigartig sein bei Katamaranen: Weil Wolfgang nicht gerne in stickige, nach diesel stinkende Gruben klettert, wenn am Motor was repariert werden muss, wurde der Motor so montiert, dass er den Motor im Sessel auf der Brücke reparieren kann. Soll heissen, dass die Maschine auf der Brücke montiert ist und die Motorhaupe praktisch als 2. Tisch fungiert. Detail am Rande: der Haupttisch, Speisetisch oder wie auch immer, kann bei Bedarf bzw. bei heftigem Seegang über die Motorhaupe gestülpt werden, und ist dann praktisch als 2 Motorhaube verstaut. Extremely praktisch!

Und dann der Propeller - das ist auch Very Special: Der Propeller wird hydraulisch angetrieben, d.h. es gibt keine Welle vom Motor zum Propeller, die Kraftübertragung erfolgt eben hydraulisch, mit Druckschläuchen.

Das ganze hat den Vorteil, dass der Propeller, wenn die Maschine steht, in eine Einlassung auf der Unterseite der Brücke geklappt werden kann, (mittels Winsch und Seil) ähnlich wie das Fahrwerk eines Flugzeuges eingeklappt werden kann. Denn die Hydraulikschläuche sind biegsam und damit wird das Verstauen des Propellers erst möglich. Elegant Lösung, und sie funzt schon seit Jahrzehnten...

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